50 Jahre Tennisanlage am Rodelberg – Herbert Stimpelüber Teamgeist, Ziele und Herausforderungen
Bereits seit 1954 wurde beim TSV Tennis gespielt, seit 1976 deutlich intensiver auf einer recht idyllischen, großen Tennisanlage am Rodelberg-Sport- und Freizeit-Gelände in der Grünau. Im Juni feiert die Tennisabteilung das 50-jährige Bestehen dieser Tennisanlage. Im Gespräch plaudert Abteilungsleiter Herbert Stimpel für uns ein wenig aus dem Nähkästchen…
Herbert, der Saisonablauf gestaltet sich in den verschiedenen Abteilungendes TSV unterschiedlich – wie läuft das Ganze im Tennis ab?
Einen saisontypischen Verlauf haben wir gar nicht so richtig, eigentlich haben wir das ganze Jahr Saison. Die Freiluftsaison auf unserer Anlage läuft von Aprilbis Oktober, in den Wintermonaten gibt‘s Möglichkeiten in Tennishallen in der Umgebung. Der Schwerpunkt liegt sicher in den Mannschaftswettkämpfen, den sogenannten „Medenspielen“ des Bayerischen Tennisverbands. Die finden von Anfang Mai bis zu den Sommerferien statt, da sind wir gerade also voll dabei. Aktuell haben wir 18 Mannschaften am Start, die jüngste eine Herrenmannschaft 30+. Im Winter sind es derzeit nur sieben Mannschaften, weil viele Tennis einfach als Freiluftsportart sehen oder im Winter auch gerne mal was anderes machen, z.B. typischeren Wintersport.
Deine persönliche Tennis-Geschichte?
Mit zwölf Jahren bin ich eigentlich durch Zufall in einer Trainerstundegelandet und bin dann praktisch auf dem Tennisplatz aufgewachsen. Da wir damals alles selbst gemacht haben, habe ich viel über Tennisplatzpflege und –Instandhaltung gelernt. Mit 16 habe ich auch engagiert mit Volleyballangefangen. Wegen Bundeswehr, Studium und Berufseinstieg gab´s dann allerdings allerdings eine Pause von zehn Jahren. Als es dann so losging mit Familie usw. habe ich wieder angefangen bzw. weitergemacht und hab auch meiner Frau und den beiden Söhnen Tennis beigebracht. Insgesamt begleitet mich der Sport inzwischen seit über 55 Jahren.
Was gefällt dir persönlich daran besonders als Sportart?
Tennis ist unglaublich vielseitig. Man kann den Sport bis ins hohe Alter spielen, ist an der frischen Luft und trainiert gleichzeitig Koordination, Ballgefühl und Beweglichkeit. Außerdem kann man sowohl zu zweit als auch zu viert spielen –und es ist recht gesellig.
Wie genau ist die Tennisabteilung beim TSV aufgestellt?
Die Abteilung mit rund 400 Mitgliedern wird aktuell geführt von drei Ehrenamtlern. Unseren Sport üben wir im Sommer auf der TSV-eigenen Tennisanlage am Rodelberg mit 9 Freiplätzen aus. Im Winter verteilen sich die interessierten Mitglieder im Wesentlichen auf Hallenangebote in der Umgebung(Taufkirchen, Riemerling, Oberhaching).Die aktiven Mitglieder sind zwischen 6 und über 85 Jahren alt, der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 50+. Wir haben nicht nur Mannschaftswettbewerbe, viele Mitglieder spielen Tennis auch einfach als Freizeitspieler, aus Spaß an der Freud.
Worauf legt ihr im Training besonders Wert?
Nach der Wettkampfsaison schaut man erstmal: Wo lagen die Probleme? Gab es technische Fehler oder körperliche Schwächen? Genau daran wird dann gearbeitet. Tennis ist komplex. Nicht nur Ballgefühl und Technik, sondern auch Beinarbeit und Mobilität sind immens wichtig. Deshalb gehören bei uns auch Motorik-und Koordinationstraining dazu. Und dann kommt noch der große Mental-Bereich dazu, sehr oft spielt der Kopf die größere Rolle …..Bei den Mannschaften gibt es einmal pro Woche ein organisiertes Training mit Trainer. Dort wird gezielt z.B. an den Dingen gearbeitet, die im letzten Wettkampf nicht funktioniert haben. Und wenn es mit der Technik noch nicht ganz klappt, braucht man sich keine Sorgen zu machen: Selbst mit 60 Jahren kann man noch falsche Angewohnheiten korrigieren und dadurch Beschwerden oder Verletzungen vermeiden.
Welche Ziele habt ihr für die nächste Zeit gesteckt?
Natürlich wollen die Mannschaften ihre Klassen halten – manche spielen wirklich schon auf sehr hohem Niveau, teilweise höchste deutsche Liga der Altersklasse! Aber als Abteilung beschäftigen uns noch andere Themen. Ein großes Ziel ist es, wieder Kinder und Jugendliche für den Mannschaftssport zu begeistern. Dazu braucht es Verlässlichkeit und die Bereitschaft v.a. der Eltern, auch am Wochenende Zeit zu investieren. Umso mehr freut uns die neu gegründete Herren-30-Mannschaft. Nach fünf Jahren Akquisition haben wir endlich wieder ein Team in dieser Altersklassezusammenbekommen. Die ersten Kontakte und die Stimmung passen schon hervorragend. Als Nächstes würden wir uns sehr über eine Damenmannschaft in diesem Altersbereich oder ähnliches freuen!
Ich habe da was von einem Jubiläum gehört?
Ja stimmt, unsere Tennisanlage wird im Juni 50 Jahre alt. Über all die Jahrzehnte wurde die Anlage mit enorm viel ehrenamtlichem Einsatzbetrieben und weiterentwickelt. Dieses Jubiläum wollen wir intern am 6.Junibegießen.
Ist das aktuell die größte Herausforderung?
Ja, aber nicht nur. Die Tennisanlage wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Das kann man feiern. Aber gleichzeitig steigt der Bedarf an Reparaturen und Instandsetzungen. Vorletztes Jahr mussten wir das z.B. Dach des Vereinsheims komplett erneuern, letztes Jahr die Platz-Bewässerung. Das kostet alles viel Geld. Für den laufenden Betrieb müssen wir zunehmend Arbeiten extern vergeben, denn die Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement und Übernahme von Verantwortung wird leider immer geringer. Im Moment organisieren im Wesentlichen drei Ehrenamtliche 65+ den gesamten Betrieb – inklusive Tennisanlage, Vereinsheim und Gaststätte, unterstützt durch ein paar Mitglieder, die gelegentlich helfen.
Gleichzeitig steigen die Kosten überall: Verbandsgebühren, Spiel-Material,Platz- und Gartenpflege oder Reinigungsarbeiten. Das belastet natürlich auch die Beiträge. Grundsätzlich merkt man: Auch andere Vereine entwickeln sich immer stärker in Richtung Full-Service-Angebot. Früher haben Mitgliederselbstverständlich mitgeholfen, heute erwarten viele eher einen kompletten Servicebetrieb. Eine weitere Herausforderung ist, dass wir keine eigenen Hallenkapazitäten für die Winterzeit haben. Das wird aber immer wichtiger, v.a. beim Thema Trainer und Jugendarbeit. Wir sind stark im Kontakt mit der Gemeinde, um da Lösungen zu finden, denn das betrifft auch andere Sportarten im TSV.
Und worauf freust du dich in den nächsten Wochen am meisten?
Auf eine gute und möglichst reibungslose Wettkampfsaison, auf eine gelungene Jubiläumsfeier, ein gutes Gelingen unserer neu gegründeten Herrenmannschaft und viele schöne Momente auf unserer traumhaften Anlage am Rodelberg! Es ist so: Die einen pflanzen lieber einen Salat im Schrebergarten, ich kümmere mich einfach wirklich gerne um unsere Tennisanlage.